Bildschirmfoto 2010-06-06 um 20.17.26 Unsere Position: KWO plus






Einsprache des Forums Meiringen vom 27.11.05 gegen das Projekt „Erhöhung Grimselstaumauer

In unserer Einsprache vom 27.11..05 gegen das Projekt KWO plus (Teilprojekt 3) hat sich das
Forum Meiringen mit eigenen sowie mit den Argumenten des Grimselvereins und der Umweltverbände klar gegen die Mauererhöhung ausgesprochen.

Das Dokument (4 A4-Seiten) kann bei Interesse via Rubrik
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Artikel (Offener Brief) im Oberhasler vom 10.6.05 auf Grund unseres Leserbriefes vom 9.6.05 an den Oberhasler

KWOplus_10.06.2005

Download als PDF: KWOplus_10.06.2005






Unser Leserbrief vom 9.6.05 an den Oberhasler

Forum Meiringen
Meiringen, 09.06.2005


Leserbrief

Zur Kontroverse zwischen Oberhasli Landsgemeinde / KWO und Stadtrat Bern um KWO plus


Was in der letzten Zeit in den verschiedenen Regional- und Tageszeitungen zu lesen und im Regionaljournal „Bern-Freiburg-Wallis“ zu hören war, erweckte den Eindruck, dass die ganze Bevölkerung des Oberhaslis geschlossen und praktisch zu 100% ohne jeden Einwand hinter KWO plus stehe. Völlig übergangen wird dabei der Widerstand des im Oberhasli zahlenmässig nicht unbeträchtlichen Grimselvereins. Auch wir, das Forum Meiringen, als 4. politische Kraft in der Gemeinde, engagieren uns seit jeher für oeko-soziale Belange, wobei uns die Nachhaltigkeit im Umweltbereich besonders am Herzen liegt. Wir können deshalb nicht schweigend zusehen, wie zum Oberhasli gehörende Naturschönheiten von nationaler Bedeutung, die auch zur Tourismusqualität beitragen, zugunsten des internationalen Stromgeschäftes unwiederbringlich zerstört werden sollen. Das Ausbauvorhaben befindet sich zudem in einem Naturschutzgebiet, was leider immer wieder in Vergessenheit zu geraten scheint.
Da suggerieren die KWO sowie gefolgsam auch die Oberhasli Landsgemeinde bereits heute mit aller Selbstverständlichkeit in den Medien, das Projekt KWO plus sei umweltverträglich, obschon im jetzigen Augenblick noch gar keine offizielle Umweltvertäglichkeitsprüfung vorliegt.
Wir machen auch darauf aufmerksam, dass die von den Umweltorganisationen herausgegebene Broschüre „Grimsel in Gefahr“ - die wir im übrigen zwecks Ausgleichs zur einseitigen momentanen Berichterstattung im Oberhasli sehr zur Lektüre empfehlen können – auf fundierter seriöser Arbeit beruht und nicht, wie man durch die hiesige Presse den Eindruck erhalten könnte – Lügen verbreitet.
Des Weiteren wird der Eindruck erweckt, als müssten bei Nichtrealisierung der Teilprojekte 3-5 von KWO plus durch die KWO eine unheimlich grosse Anzahl von heutigen Arbeitsplätzen abgebaut werden. Aber wird das im kommunizierten Umfang wirklich passieren? Wir zweifeln an diesen Horrorszenarien. Dass es zu einer Arbeitsplatzstagnation oder gar zu einem leichten Abbau der heutigen Arbeitsplätze bei den KWO kommen könnte bezweifeln wir nicht, finden jedoch die heraufbeschworenen Szenarien und Zahlen als Angstmacherei. Ohne an der Natur Raubbau zu betreiben haben die KWO in der Vergangenheit mit innovativen Ideen die Erhöhung von Arbeitsplätzen realisiert. Auch ohne KWO plus (3-5) in Zukunft Arbeitsplätze zu erhalten oder sogar zu erhöhen, sollten den KWO bei gutem Willen möglich sein. Auch die Umweltverbände zeichnen diesbezüglich in ihrer Broschüre einige zu überprüfende alternative interessante Möglichkeiten auf und wünschen „eine Entwicklung einer innovativen und nachhaltigen Strategie jenseits einer Staumauererhöhung an der Grimsel“, was auch wir im Forum begrüssen würden.
Arbeitsplätze contra Umwelt! Zu diesem Thema noch ein grundsätzlicher Gedanke. Befindet sich unsere Gesellschaft, die immer wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf das Wirtschaftswachstum starrt und immer nach mehr und mehr Wachstum schreit auf dem richtigen Dampfer? Könnte es nicht sein, dass es übergeordnet besser wäre, zu einem recht vernünftigen Ausgleich zu kommen, einer Stabilisierung, anstatt nach mehr und mehr zu schreien, in der Meinung, unsere Ressourcen seien unendlich.
Aus diesem Grunde stehen wir in der Angelegenheit KWO plus primär auf der Seite der Umwelt und können auch als Oberhasler den Argumenten der Umweltschutzverbände sowie der Motion des Stadtrates von Bern einiges abgewinnen. Es ist erfreulich, dass es damit unter den KWO-Aktionären auch kritische Stimmen gibt und nicht einfach nur tel quel Ja-Sager zu den Plänen der KWO, wie es im Augenblick in der Oberhasli-Landsgemeinde sowie der Chefetage der hiesigen Regionalpresse zu sein scheint. Mit der totalen Verurteilung und emotionellen Disqualifikation von Gegnern des Staumauerprojektes zeigen die oben erwähnten Befürworter nicht gerade ein grosses Verständnis für eine echte Demokratie.

Forum Meiringen